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19.09.2017

Multichannel, Omnichannel oder doch lieber der klassische stationäre Handel? - Teil 1

Dieser Frage widmet sich Alexander Löschhorn, Omnichannel-Verantwortlicher bei Galeria Kaufhof, täglich. Er begrüßt gerne neue Entwicklungen und fühlt sich gerade deshalb in diesem wachsenden und sich stetig ändernden Berufsfeld besonders wohl. Mit seinem Team stellt er sich der Herausforderung, das Einkaufserlebnis auf ein neues und umfassendes Niveau zu heben. Sein Ziel ist es alle Kanäle optimal zu vernetzen und den Kunden in den Mittelpunkt des Handels zu setzen.
Tags: Omnichannel, Mitarbeiter, Karriere
Alexander Löschhorn, Omnichannel-Verantwortlicher bei Galeria Kaufhof

 

Wie begann Ihr beruflicher Werdegang?

Nach meinem Abitur hat mich ein Ferienjob in der Lagerlogistik durch Zufall zu Galeria Kaufhof geführt. Ich habe dort eine dreijährige Aus- und Fortbildung zum Einzelhandelskaufmann und Abteilungsleiter absolviert, die jeweils zur Hälfte aus Theorie und Praxis bestand. Da ich selbst schon immer sehr praxisorientiert war, hat mir diese Mischung damals besonders gut gefallen.

Können Sie sich noch an Ihren ersten Arbeitstag erinnern?

Ja, ich kann mich noch sehr gut an meinen ersten Tag in unserer Filiale in Aachen erinnern. Offen und ehrlich gesagt kann ich das noch so gut, weil ich dort als arrogant wahrgenommen wurde. Zum Glück hat sich dieser erste Eindruck aber nach wenigen Tagen relativiert. Mittlerweile arbeite ich auch schon seit 20 Jahren bei Galeria Kaufhof.

Gibt es für Sie beruflich einen Leitsatz?

Zum einen, dass man immer offen für Neues sein und auch Gewohntes in Frage stellen sollte. Und zum anderen, dass man stets versuchen sollte sich in die Lage des Gegenübers zu versetzen und nicht nur auf der eigenen Meinung zu beharren.

Wie verlief Ihr Werdegang bei Galeria Kaufhof?

Nachdem ich vier Jahre im Verkauf in drei Filialen gearbeitet habe, habe ich den ersten Onlineshop für Galeria Kaufhof mit aufgebaut. Danach war ich jahrelang in der Logistik tätig. Anschließend war ich für die Logistik, das Rechnungswesen und das Callcenter des Onlineshops verantwortlich. Parallel dazu habe ich den Bereich Omnichannel aufgebaut, welchen ich seit gut einem Jahr ausschließlich verantworte, um dies bei Galeria Kaufhof zu forcieren.

Wie sieht ein typischer Arbeitsalltag aus?

Mein Arbeitsalltag besteht momentan von morgens bis abends aus vielen Terminen. Seitdem wir zu HBC gehören bewegt sich sehr viel in diesem Unternehmen. Beispielsweise wollen wir in den kommenden zwei Jahren 17 neue Filialen in den Niederlanden eröffnen. Da gibt es viel zu diskutieren, zu planen und zu tun, um zu überlegen, was wir im Bereich Omnichannel umsetzen wollen.

Was ist das Besondere an der Arbeit im Omnichannel Bereich?

Das Besondere in meinem Arbeitsfeld ist, dass sich hier alle Bereiche vereinen, die ich in meiner Laufbahn bei Galeria Kaufhof kennengelernt habe. Ich weiß genau, wie der stationäre Handel, der Onlineshop und die Logistik funktionieren – deshalb fühle ich mich dazu bereit, als Omnichannel-Verantwortlicher alle Kanäle optimal miteinander zu verknüpfen und diesen Bereich voran zu treiben.

Was schätzen Sie an ihrer Arbeit besonders?

Ich habe lange drüber nachgedacht, ob ich wirklich alle meine Tätigkeiten, die ich seit 15 Jahren in der Logistik betreut habe, abgeben möchte. Doch ich bin mir sicher, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe, weil Omnichannel für mich die Zukunft in diesem Unternehmen ist. Omnichannel ist ein stetiger Wandel durch äußere Einflussfaktoren, auf die reagiert werden muss. Und ich finde, dass gerade dieser Part das Schöne an meiner Arbeit ist – sehr flexibel zu sein und ein Team zu haben, das den Weg mit mir geht.

Warum heißt es im Unternehmen Galeria Kaufhof nun Omni- anstatt Multichannel?

Mein aktueller Bereich hieß noch bis Juli 2016 „Multichannel“. Doch „Multichannel“ ist einfach der falsche bzw. veraltete Begriff, denn „Multichannel“ bedeutet nur, dass Kanäle nebeneinander laufen. Doch Omnichannel bedeutet viel mehr: Der Kunde steht im Mittelpunkt unseres Handels und spürt gar nicht, in welchem Kanal er sich gerade befindet. Natürlich weiß er, wann er online und wann er offline einkauft. Aber er soll online genau das Gleiche tun können wie offline und andersherum. Das nennt man „Seamless Shopping“ (Nahtloses Einkaufen). Mit diesem Begriffswechsel setzen wir uns ein klares Ziel, wohin wir zukünftig gehen wollen.

 

Teil 2 folgt

Das Interview wurde durchgeführt und geschrieben von Katharina S., Rebecca L. und Mascha W. im Rahmen eines Webprojekts mit der TH Köln.