Melanie

... ist Pressesprecherin bei Galeria Kaufhof.

20.09.2017

„Hier stimmt die Chemie“

Welche deutsche Stadt kann schon von sich behaupten, dass ein chemisches Element nach ihr benannt wurde? Eine, nämlich Darmstadt! Es war eine echte Sensation, als Forscher der Darmstädter Gesellschaft für Schwerionenforschung 1994 ein platinähnliches Übergangsmetall erzeugten. Das Element mit der Ordnungszahl 110 im Periodensystem erhielt den Namen „Darmstadtium“. Und dass in Stadt und Filiale sowieso „die Chemie stimmt“, davon ist Maria Agatina Paratore (Foto, links mit Filialgeschäftsführerin Natalie Deuster) überzeugt.
Tags: Filialen, Mitarbeiter
Willkommen in Darmstadt
Luftsprung mit Maria Agatina Paratore

Manchmal braucht es keine großen Worte, wenn man mit einer Aktion eigentlich alles ausdrücken kann. Die Frage, wie es sich anfühlt, in Darmstadt zu leben und zu arbeiten, beantwortet Maria Agatina Paratore beim Stadtrundgang mit einem Luftsprung – und das bei hochsommerlichen Temperaturen mitten auf der Straße und auf 7 cm hohen metallicglänzenden Plateauschuhen. Lebensfreude pur verkörpert die quirlige 26-jährige Galeria-Kaufhof-Mitarbeiterin der Uhren-/Schmuckabteilung von Kopf bis Fuß und wieder zurück bis in die platinblonden Haarspitzen. „Ich liebe einfach das Flair dieser Stadt. Seit 20 Jahren trägt Darmstadt den Titel Wissenschaftsstadt. Die 40.000 Studenten bringen Schwung. Hier geht es weltoffen, modern und herzlich zu“, lacht sie, schnauft nach gelungener akrobatischer Showeinlage kurz durch und weist auf ein in der Ferne liegendes Monument. „Und dass es hier so ist, haben wir unter anderem dem ‚Langen Lui‘ zu verdanken.“

Starke Männer und Frauen

Gemeint ist Ludwig I., der erste Großherzog von Hessen und bei Rhein. Er thront als imposante Bronzestatue in luftiger Höhe von 39 Metern auf dem Darmstädter Luisenplatz und hat 1820 auf Druck des Volkes die „Verfassung für das Großherzogtum Hessen“ verabschiedet, die erstmals wichtige Bürgerrechte fixierte, wie Filialgeschäftsführerin Natalie Deuster erklärt. „Aber es waren nicht nur die Männer, die hier einiges bewirkt haben. Frauenpower war und ist hier angesagt“, schiebt die 35-Jährige hinterher und hakt Paratore demonstrativ unter. Mit schnellen Schritten führt das energiegeladene Duo zum nicht weit entfernten Alice-Denkmal. „Glücklicherweise ist Darmstadt die Stadt der kurzen Wege. Alles Wichtige in der Innenstadt lässt sich in nur sieben Minuten erreichen“, so Deuster. Das Alice-Denkmal ist Prinzessin Alice von Großbritannien und Irland gewidmet, die durch ihre Heirat mit dem Großherzog Ludwig IV. nach Darmstadt kam und 1867 mit einer Frauenrechtlerin den Alice-Frauenverein gründete.
Mathildenhöhe (Foto Ulrich Mathias)

Im Zentrum des Jugendstils

„Im Alice-Hospital habe ich das Licht der Welt erblickt“, verrät Paratore. Ihre Familie lebt in zweiter Generation in Hessens viertgrößter Stadt. „Meine Eltern wurden auf Sizilien geboren, sind als Kinder nach Darmstadt gekommen und haben sich später hier lieben gelernt“, erzählt die junge Frau, und ihre braunen Augen strahlen genauso wie ihre royalblaue Bluse. Und diese Familiengeschichte hat die junge Hessin fortgeschrieben. Vor einiger Zeit lernte sie beim Tanzen ihren zukünftigen Mann Salvatore kennen – ebenfalls mit sizilianischen Wurzeln. Im vergangenen Jahr hat das junge Paar ganz romantisch auf der Mathildenhöhe geheiratet, der nächsten Station des Stadtbummels. Mit 180 Metern über NN ist sie die höchste Erhebung der Innenstadt. Die Mathildenhöhe ist das Zentrum des Darmstädter Jugendstils und ein malerisches Gesamtkunstwerk, das aus Hochzeitsturm, Ausstellungsgebäude, Museum Künstlerkolonie, Künstlerhäusern und russischer Kapelle besteht. „Der Architekt Joseph Maria Olbricht hat nicht nur das Kaufhof-Gebäude an der Düsseldorfer Kö entworfen, sondern auch unseren Hochzeitsturm“, weiß Deuster. Weil die fünf abschließenden Dachbögen des Backsteinturms an eine ausgestreckte Hand erinnern, wird dieser auch Fünffingerturm genannt. „Hier seinem Liebsten das Jawort zu geben ist unbeschreiblich“, meint Paratore und dreht stolz ihren goldenen Ehering.

Darmstadt-Collage

Schmuckes und Skurriles aus der Glitzer-Welt

Schmuck spielt im Leben der Einzelhandelskauffrau, die auch im Kaufhof ihre Ausbildung gemacht hat, privat und beruflich eine ganz wichtige Rolle. „Schmuck ist immer auch ein Statement und unterstreicht die Persönlichkeit seines Trägers“, ist die junge Frau überzeugt. Dass sie absolut in ihrem Element ist, wenn sie in der 300 qm großen Uhren-/Schmuckabteilung umgeben von Topmarken wie Michael Kors, Daniel Wellington, Paul Hewitt oder Victorinox herumwirbeln kann, zeigt sich im Kundengespräch. Einer Dame ist die Armbandschlaufe ihrer neongrünen Ice Watch gerissen. Paratore ordert beim Lieferanten Ersatz. „Ich rufe Sie an, sobald die Schlaufe da ist“, sagt sie freundlich, die Kundin ist happy. „Mir ist es wichtig, dass sich die Kunden wertgeschätzt und gut beraten fühlen. Ich nehme mir Zeit für sie.“ Und dieses Engagement lohnt sich. Der bislang größte Coup gelang der Vollbluthändlerin an einem verkaufsoffenen Sonntag als sie einer Kundin eine Einkaräter-Kette von Moncara im Wert von 5.000 Euro verkaufte. „Das macht unglaublich stolz“, sagt sie. Mitunter passiert aber auch Skurriles im Reich von Glitzer und Glamour: „Als ich einen Ladendieb dabei erwischt habe, wie er einen Goldring entwenden wollte, hat er ihn kurzerhand in den Mund gesteckt und verschluckt. Zuerst war ich sprachlos, dann musste ich lachen“, erinnert sich die passionierte Zumba-Tänzerin.

Ein Gefühl wie zu Hause

„Diamonds are a girl‘s best friend, aber zum persönlichen Glück brauche ich sie nicht“, sagt Paratore augenzwinkernd. Vielmehr genieße sie die kleinen Dinge im Leben: ein Frühstück mit ihren Eltern am Wochenende, einen Ausflug mit ihren Goldstücken – ihren kleinen Neffen Vittorio und Giuseppe –, eine Fahrt im Kettenkarussell mit ihrer Kusine beim alljährlichen Heinerfest – einem der größten Innenstadtfeste Deutschlands. An ihrer Filiale schätzt Familienmensch Paratore vor allem das fröhliche Miteinander unter den rund 100 Kollegen. „Schon während meiner Ausbildungszeit wusste ich, dass ich hier genau richtig bin. Ich fühle mich hier zu Hause. Die Chemie stimmt zu 100 Prozent.“ Nicht nur mit ihrer zupackenden Art, auch mit kleineren Köstlichkeiten sorgt Maria Paratore regelmäßig im Kollegenkreis für Furore. „Mein selbst gemachtes Tiramisu ist legendär“, schwärmt sie und schiebt noch ein fragendes „gell?“ hinterher. Eines ist gewiss: Die nächsten Darmstädter Luftsprünge sind nur ein italienisches Dessert entfernt.

Hätten Sie’s gewusst?

  • Hessens Tor zum All: Das ESOC (European Space Operation Centre) hat seinen Sitz in Darmstadt. Es ist als europäisches Raumflugkontrollzentrum der ESA für den Betrieb sämtlicher ESA-Satelliten zuständig.
  • Die Wunderstute „Halla“, die mit ihrem Reiter Hans Günter Winkler mehrmals Gold bei den Olympischen Spielen gewann, wurde 1945 auf dem Darmstädter Hofgut Oberfeld geboren und erhielt dort nach ihrer Karriere als Springpferd bis zu ihrem Tod 1979 das Gnadenbrot.
  • Seit 2007 wird der Knastmarathon Darmstadt auf dem Gelände der Justizvollzugsanstalt als Marathonlauf für Inhaftierte und externe Freizeitsportler mit über 100 Teilnehmern ausgetragen.
darmstadtium (Foto: Ulrich Mathias)

Unbedingt machen!

  • Das Zentrum des Darmstädter Jugendstils ist die Mathildenhöhe. Sie ist ein Gesamtkunstwerk aus Hochzeitsturm, Ausstellungsgebäude, Museum Künstlerkolonie und Künstlerhäusern.
  • Die farbenfrohe und von ungewöhnlichen Formen geprägte Architektur von Friedensreich Hundertwasser zeigt sich in dem Wohnkomplex „Waldspirale“ in ihrer ganzen Pracht.
  • darmstadtium heißt auch das Wissenschafts- und Kongresszentrum – das neue Wahrzeichen der Wissenschaftsstadt, das vom Wiener Architekten Talik Chalibi entworfen wurde.