Maren

... ist Pressesprecherin bei Galeria Kaufhof.

16.08.2017

Vom Krähenfeld zur Seidenstadt

In unserer Reihe „Galeria Kaufhof lokal“ nehmen wir Sie mit auf eine Reise quer durch Deutschland. Mit 97 Warenhäuser in rund 80 deutschen Städten gibt es dabei einiges zu erleben und entdecken. Einen Einblick geben dabei Filialgeschäftsführer und Mitarbeiter und zeigen Ihnen, was ihre Filiale und Stadt ausmacht und wie sie mit Individualität und besonderem Charme überzeugen. Zu Beginn geht es mit Filialgeschäftsführer Thomas Lücking (45) und Mitarbeiterin Nataly Büttner (19) auf eine Spritztour an den Niederrhein, bei der sie uns ihre Filiale und ihr Krefeld zeigen.
Tags: Filialen, Mitarbeiter
Der einstigen Stadtbegrenzung in Form von begrünten Boulevards entwuchs Krefeld aufgrund der rasch größer werdenden Textilindustrie schnell. Doch noch heute prägen die vier Wälle nach allen Himmelsrichtungen das Stadtbild und führen durch die Geschichte Krefelds.

Mitte des 17. Jahrhunderts wurde Krefeld aufgrund seiner religiösen Neutralität Zufluchtsort für verfolgte Mennoniten und Menschen anderer Glaubensrichtungen. Das erwies sich für die Stadt als wahrer Glücksfall: Mit Adolf von der Leyen und seiner Familie hielt gleichzeitig auch die erste Seidenweberei Einzug. Ein erfolgreiches Geschäft nahm seinen Anfang, die Stadt erblühte, und eine erfolgreiche Textilindustrie entstand. „Auch heute ist das noch zu spüren“, sagt Filialgeschäftsführer Thomas Lücking. „Galeria Kaufhof versteht sich deshalb auch als ein richtiges Modehaus.“ Dafür wurden 2014 die Damen- und Herrenabteilung komplett umgebaut und neu aufgestellt. Junge Marken wie zum Beispiel Naketano für Damen und Tom Tailor Denim für Herren sind seither auf den beiden Etagen mit am Start. „Hier findet jeder das perfekte Outfit von Kopf bis Fuß.“

Die Gene spielen mit

Dass jeder Look erst mit dem richtigen Schuh perfekt ist, weiß auch Nataly Büttner ganz genau. Die 19-Jährige ist frischgebackene Einzelhandelskauffrau und arbeitet in der Schuhabteilung. „Das war meine absolute Wunschabteilung. Schließlich passen Frauen und Schuhe ja immer gut zusammen“, freut sich Büttner. Besonders viel Spaß hat sie im täglichen Kontakt mit den Kunden und der persönlichen Beratung. „Wenn es mir gelingt, einen Kunden glücklich zu machen, dann gehe ich am Ende des Tages auch immer zufrieden in den Feierabend.“ Und die Arbeit im Verkauf liegt ihr „quasi in den Genen“: Auch ihre Mutter arbeitet im Handel und hat die Begeisterung an ihre Tochter weitergegeben. Dabei hatte Büttner früher ein ganz anderes Ziel vor Augen. „Eigentlich wollte ich immer Flugbegleiterin werden“, verrät Büttner. „Zum Glück habe ich mich noch umentschieden.“
Kaiser Wilhelm Museum in Krefeld

Die Innenstadt wird zum Laufsteg

Mit „Krefeld PUR“ hat die Werbegemeinschaft Krefeld e.V. vor drei Jahren eine neue Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen, bei der die Innenstadt ihre Stärken zeigt. „Bei uns im Haus präsentieren wir mit mehreren Modeschauen unsere Expertise in Sachen Fashion und Trends“, erzählt Lücking, der Mitglied des Vorstands der Werbegemeinschaft ist. „Mit allen anderen Händlern zusammen verwandelt sich die Innenstadt so zu einem einzigen Laufsteg.“ Die Stadt hält somit weiter an ihren textilen Wurzeln fest. So verdient sich Krefeld auch heute noch die Entwicklung vom einstigen „Krähenfeld“ zu ihrem Beinamen „Samt- und Seidenstadt“. Daran erinnert auch das Seidenweberdenkmal am Südwall, wenige Minuten zu Fuß von der Filiale entfernt. „Die Statue eines Seidenwebers mit geschulterter Tuchrolle erinnert an die vielen Weber der Stadt“, weiß Büttner.
Auszeichnung "Süßer Stern" für die Galeria Kaufhof Krefeld

Eine süße Versuchung

Ein echter Hingucker ist auch die im Juni 2016 umgezogene Süßwarenabteilung. Aus dem Untergeschoss wurde das Sortiment auf 125 qm an prominente Stelle ins Erdgeschoss verlegt – direkt am Eingang des Warenhauses. „Mit der Versetzung der Fläche haben wir nach außen nochmals an Ausstrahlung hinzugewonnen“, so Lücking, der die Filiale seit August 2015 leitet. Das blieb auch in der Fachwelt nicht unbemerkt. Beim Wettbewerb „Süßer Stern 2016“, eine der höchsten Auszeichnungen in der Süßwarenwirtschaft, holte Krefeld neben der Filiale in Essen den zweiten Platz. „Das ganze Team ist wahnsinnig stolz auf diese Auszeichnung und die damit verbundene Anerkennung“, berichtet der 45-Jährige. Die Jury überzeugte die spürbare Liebe und Sorgfalt zur Süßware ebenso wie die übersichtliche Warenpräsentation. Alles rund ums Süße ist auch für Büttner eine Versuchung: „Kinderschokolade mag ich am liebsten.“ Im November ist die aus Geldern am Niederrhein stammende Einzelhandelskauffrau in die JAV gewählt worden. „Darüber habe ich mich total gefreut“, sagt Büttner. „Ich finde es gut, dass ich mich für andere einsetzen kann, und der Austausch mit jungen Kollegen und Azubis aus anderen Filialen ist spitze.“

Hätten Sie’s gewusst?

  • Geflüchtete Mennoniten machen Krefeld 1890 durch die erfolgreiche Samt- und Seidenwirtschaft zur reichsten Stadt im Land der Preußen.
  • 1683 wanderten 13 Quäker- und Mennoniten-Familien nach Amerika aus und gründeten in Pennsylvania die Ortschaft Germantown – heutiger Stadtteil von Philadelphia.
  • Krefelder Kissen werden die etwa fünf Zentimeter hohen Schwellen auf Straßen genannt, die Autofahrer zum Bremsen zwingen. 1988 wurden die Schwellen erstmals in Krefeld erprobt.
Burg Linn in Krefeld

Unbedingt machen!

  • Der Flachsmarkt um die Burg Linn ist einer der größten historischen Handwerkermärkte Deutschlands. Jedes Jahr am Pfingstwochenende stellen dort mehr als 300 Handwerker ihre Arbeiten aus, und es finden traditionelle Ritterspiele statt.
  • Das Deutsche Textilmuseum gehört zu den international wichtigsten Sammlungen mit historischen Textilien und Bekleidung. Die Sammlung umfasst etwa 30.000 Objekte aus allen Teilen der Welt von der Antike bis zur Gegenwart.
  • Mit der historischen Dampfeisenbahn „Schluff“ im Sommer zum Hülser Berg fahren und im Naherholungsgebiet wandern, Rad fahren oder die Aussicht vom Johannesturm genießen.
  • Das Kaiser-Wilhelm-Museum wurde 2016 nach großer Sanierung wieder eröffnet und zeigt zeitgenössische Kunst.